Wie viel Haus kann ich mir leisten

Wie viel Haus kann ich mir leisten

- in Finanzen & Steuern
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Wenn man sich den Traum vom eigenen Zuhause erfüllen möchte, kommt man um eine ehrliche Einschätzung der eigenen finanziellen Möglichkeiten nicht umhin. Dabei sollte der Blick auch auf die Zukunft gerichtet sein.

Eine gute, solide Finanzierungsplanung bildet die Basis eines jeden Bau- bzw. Wohnkauf-Vorhabens. Denn normalerweise kann man sich den Traum vom Eigenheim nicht ohne Kredit erfüllen. Damit man einen solchen bekommt, bedarf es eines Erstgespräches mit der Bank oder einem Finanzierungsexperten Ihrer Wahl.

Die ersten Schritte
„Für so ein Erstgespräch sollte man sich in etwa ein bis eineinhalb Stunden Zeit nehmen. Natürlich ist die Finanzierungsplanung nicht mit einem Treffen abgetan. Es sind mehrere Sitzungen notwendig“, erklärt Anton Dietrichsteiner, Bau- & Wohnberater der Sparkasse Feldkirchen. Im Zuge einer Einnahmen-Ausgaben Rechnung wird dabei Schritt für Schritt durchgegangen, wie viel Kapital tatsächlich im Familien-Börserl übrigbleibt. „Dabei reicht es nicht, das nur zu sagen. Die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten müssen auch nachgewiesen werden“, informiert Manfred Schinegger, Bankstellenleiter der Raiffeisen Bezirksbank St. Veit – Feldkirchen.

Einnahmen
Unter Einnahmen fallen beispielsweise das monatliche Nettogehalt ohne Sonderzahlungen, Nebeneinkünfte (sollten nur zur Hälfte einberechnet werden), Familienbeihilfe, Zinsen für angelegte Ersparnisse.

Ausgaben
Bei der Auflistung der Ausgaben geht es vorrangig um die regelmäßigen Fixkosten wie Miete, Wohnnebenkosten, Versicherungen, Steuern, Kommunikations- & Rundfunk-Gebühren, Lebenserhaltungskosten (Lebensmittel, Kleidung, Körperpflege, Haushaltswaren, Treibstoff). „Die Ausgaben sollten lieber etwas größer einkalkuliert werden, damit Urlaub, die Anschaffung von neuen Haushaltsgeräten, Renovierungen usw. auch leistbar bleiben“, weiß Dietrichsteiner aus Erfahrung.

Zukünftiges einplanen
„Im Idealfall werden alle Eventualitäten im Vorhinein mit eingeplant. Ist beispielsweise ein Kinderwunsch vorhanden, muss damit gerechnet werden, dass das Familieneinkommen durch den zeitweiligen Ausfall des zweiten Einkommens geringer werden wird“, rät Schinegger. Und Kinder werden größer, brauchen und kosten mehr, was wiederum die Ausgaben erhöht. Was würde passieren, wenn man sich als Paar trennt? Um am Ende nicht in die Schuldenfalle zu tappen, ist es gut, in einem offenen Gespräch auch solche Fragen zu klären. Doch nicht alles im Leben ist planbar. „Wir empfehlen unseren Kunden sich zusätzlich durch Versicherungen abzusichern, wie z. B mit einer Ablebens-Risiko-Versicherung“, erklärt Dietrichsteiner.

Kreditrate
Zieht man die Einnahmen von den Ausgaben ab, bleibt das frei zur Verfügung stehende Haushaltseinkommen übrig. Idealerweise braucht man für die Rate nicht mehr als ein Drittel des Einkommens.

Idealer Zeitpunkt
Aufgrund des extrem niedrigen Zinsniveaus, ist es günstig, sich jetzt ein Eigenheim zu schaffen. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass die Zinsen in nächster Zeit steigen ist höher, als dass sie weiter sinken. „Momentan ist daher auch ein Fixzinsatz sehr interessant. Das bedeutet, dass der Zinssatz über eine gewisse Laufzeit gleich bleibt. Man wird wahrscheinlich nicht mehr so schnell einen so günstigen Kredit bekommen“, verrät Dietrichsteiner. Auch Schinegger sieht das niedrige Zinsniveau als Chance: „Es ist derzeit wirklich sehr, sehr tief. Wir raten zu einer sinnvollen Teilung des gesamten Kreditvolumens. Das bedeutet, ein Teil wird fix verzinst, der andere variabel.“

Kredit für Wohnbau und Wohnraum ist günstiger
Ein Wohnbau- bzw. Wohnraumbeschaffungskredit ist immer günstiger als ein Konsumkredit. Das liegt daran, dass diese Kredite mit einem Eintrag ins Grundbuch gesichert sind. Durch die Beantragung einer solchen Hypothek fallen beim Bezirksgericht immer auch zusätzliche Kosten an. Diese werden dann im Kredit mitberücksichtigt.

Vorteil Eigenkapital
Generell kann man auch ohne Eigenkapital investieren. Aber eine solide Eigenkapital-Basis reduziert das Kreditvolumen und somit die monatliche Rate. Das könnten Sie alles zu Geld machen: Bares, Sparbücher, Festgeld/Taggeld, Aktien, Zertifikate, Gold, Fonds & Anleihen, Bausparer, Lebensversicherungen, Eigenleistungen beim Häusl bauen, eigenes Baugrundstück, Darlehen von Verwandten.

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