Vulgarnamen bald kärntenweit!

Vulgarnamen bald kärntenweit!

- in Kultur, Land & Leute
452
0
Vulgarnamen wurden erst ca. ab dem 17. Jhd. festgehalten. Alois Spitzer stieß auf einen, der sogar keltischen Ursprung sein könnte und damit uralt ist, er lautet: „Jeinitzer“. Mehr Wissenswertes, Geschichten & Fotos präsentierte Spitzer bei Veranstaltungen, wie hier im Amthof.

Sie sind zum Teil in Vergessenheit geraten, zum Teil noch in aller Munde. Die Rede ist von den Vulgarnamen. Ein Mann begab sich auf Spurensuche. Bis dato hat Alois Spitzer, Bezirksobmann des Kärntner Bildungswerkes, mit einem 120-köpfigen Helferteam 2.200 Höfe erfasst. 1.800 davon persönlich. „Bei mir Zuhause heißt der Vulgarnamen „Stiegelschneider“. Ich habe mir gedacht, schön, wenn das für die Nachwelt erhalten bleibt“, so Spitzer über seinen Beweggrund. Das ist auch Sinn und Ziel dieses Projektes.

Vulgarnamen anbringen

Dafür werden alte Fotos, Grundbucheintragungen, Dokumente usw. gesichtet, um den Vulgarnamen zu ermitteln. „Das für mich Schönste und Interessanteste ist jedoch, dass mit den alten Fotos auch die alten Geschichten wieder aufkommen. Die ganze Familie, generationenübergreifend von der Uroma bis zum Enkerl, saß mit mir bei ihnen Zuhause beisammen. Mein Tipp: Fotos unbedingt mit Jahreszahl und Namen beschriften. Dann ist das auch für die Nachkommen eine wertvolle Erinnerung! Ein weiter Grund für meinen persönlichen Besuch ist, dass ich die Besitzer der Häuser und Höfe davon überzeugen möchte, dass Sie die Vulgarnamen für die Nachwelt bewahren. Das geht mit dem Anbringen eines Schildes am Haus. 1.200 Höfe haben mir das zugesichert, 800 bis dato auch umgesetzt“, freut sich Spitzer, der seit drei Jahren an diesem Projekt arbeitet.

Großes Interesse

Als Spitzer mit seiner Arbeit anfing, interessierten sich sechs Gemeinden dafür. Jetzt sind es bereits zwölf. Er bearbeitet gerade die letzte. Fertig sind er und sein Team aber noch lange nicht, denn die Nachfrage ist groß. Spitzer erfreut: „Immer mehr Gemeinden treten an mich heran. Sie möchten ihre Vulgarnamen für die Nachwelt ebenfalls erhalten. Das Projekt weitet sich damit immer weiter aus – und wird nun kärntenweit. Daraus könnte also noch eine große Bewegung entstehen!“

Bürgermeister Martin Treffner: Dieses Projekt hat ein großes Interesse bei Jung und Alt ausgelöst, da es sie sehr interessierte, wie es früher einmal Zuhause ausgesehen hat. Mein spezieller Dank ergeht hier an den Bezirksobmann des Kärntner Bildungswerkes, Alois Spitzer, der sehr engagiert und mit einem riesigen Zeitaufwand das ganze Projekt betreibt. Es gelang und gelingt ihm auch immer wieder, Menschen zu animieren, hier altes Bildmaterial zu liefern und auch aktiv am Projekt mitzuarbeiten. Ich appelliere an alle Hauseigentümer den Vulgarnamen am Haus anzubringen!

Veranstlatung_pw

Facebook Kommentare