Tipps für die Pflege zu Hause

Tipps für die Pflege zu Hause

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Zuhause, in vertrauter Umgebung, ist es am schönsten. Kein Wunder also, dass viele pflegebedürftige Menschen den Wunsch äußern, daheim bleiben zu können.

Derzeit werden etwa 80 Prozent der pflegebedürftigen Menschen in Österreich zu Hause gepflegt. Zu einem Großteil von Frauen. Damit das alles gut klappt, ist Unterstützung erforderlich. Sei es von Seiten der mobilen Pflegedienste, sozialer Hilfsorganisationen, Essen auf Rädern oder einer 24-Stunden-Pflegekraft. Doch auch die richtige Wahl der Hilfsmittel trägt dazu bei.

Hilfsmittel erleichtern den Alltag
Martina Glanzer, Inhaberin der Firma Lila Care, arbeitet u.a. mit AVS, Rotem Kreuz und der 24-Stunden-Hilfe eng zusammen: „Wir unterstützen private Personen sowie deren Angehörige, aber auch mobile Hilfs-Teams, Pflegeheime, Kliniken und Reha-Zentren mit den nötigen Heilbehelfen und Hilfsmitteln. Denn diese können den Pflegealltag oft um ein Vielfaches erleichtern.“ Verlässt man das Spital, ist es also gut, wenn man sich an jemanden wenden kann, der einem hilft, die nötige Infrastruktur im Eigenheim zu schaffen, um eine optimale Pflege zu ermöglichen. Denn die Auswahl ist breit: Vom Krankenbett über die richtige Matratze bis hin zu technischen Hilfsmitteln wie Patienten- und Badewannenlifter, Rollstühle oder bequeme Pflegestühle usw. Doch nicht immer muss alles teuer angeschafft werden. „Für Kurzzeit-Betroffene – zum Beispiel nach einem Sturz – ist es besser, Hilfsmittel lediglich zu mieten“, weiß Martina Glanzer aus Erfahrung.

Essen auf Rädern
Mit zunehmenden Alter wird es oft schwieriger sich selbst zu versorgen. Verschiedenste Institutionen bieten hier ihre Hilfe an. Je nach Anbieter wird täglich, wöchentlich oder nur an bestimmten Wochentagen das Essen bis vor die Haustüre geliefert. Der Essenspreis pro Mahlzeit hängt vom Anbieter ab und liegt in etwa bei 8 Euro pro Mahlzeit.

24-Stunden Pflege
Die Gründe, warum man eine 24-Stunden-Pflegekraft in Anspruch nimmt, sind vielseitiger Natur. Eventuell erhöht sich der Pflegeaufwand, sodass sich Job und Pflege nicht mehr unter einen Hut bringen lassen. Oder der pflegebedürftige Mensch findet sich in vielen Alltagssituationen alleine nicht mehr zurecht, ist sturzgefährdet oder leidet an Altersdepression.

Überforderung
„Viele Angehörige pflegen sehr liebevoll. Doch für diese Aufgabe ist nicht jeder geschaffen. Manche stoßen an ihre emotionalen und physischen Grenzen und fühlen sich mit der Situation einfach überfordert. Andere wollen hingegen ihre Angehörigen in Sicherheit wissen, obwohl sie erst in einer niedrigen Pflegestufe sind“, weiß Lavinia Kirchheim, Inhaberin des 24h-Senioren-Pflege-Dienstes Wachsenberg.

Schutzengerl
Denn eine 24-Pflegekraft fungiert in manchen Situationen auch als „Schutzengerl“: Sie kann Stürze vermeiden helfen, beim Gehen und Setzen unterstützen und im Notfall die Rettungskette in Gang setzen. „Ab Pflegestufe 3 würde ich aber zu einer Pflegekraft raten, da hier der Pflegeaufwand schon recht hoch ist“, weiß Kirchheim aus langjähriger Erfahrung. Ab dieser Pflegestufe gibt es vom Staat auch eine Förderung (siehe Kasten rechts).

Wege aus der Altersdepression
Wichtig ist aber auch das soziale Miteinander: ältere Menschen essen mehr und lieber in Gesellschaft, bei z. B. Puzzle-Spielen werden Gedächtnis und Feinmotorik geschult, man unternimmt gemeinsam Ausflüge oder Spaziergänge uvm. „Eine gute Pflegekraft animiert auch dazu, das Leben wieder mehr zu genießen und auch die schönen Seiten wiederzuentdecken“, unterstreicht Kirchheim.

G U T   Z U   W I S S E N

Pflegefreistellung für kurzfristige Pflege
Was tun, wenn Sie nur kurz als Pflegende einspringen müssen? In solchen Fällen haben Sie Anspruch auf grundsätzlich eine Woche bezahlte Pflegefreistellung pro Arbeitsjahr.

Pflegekarenz und Pflegeteilzeit
Ein Familienmitglied ist plötzlich pflegebedürftig geworden? Die bisherige Betreuungsperson Ihres Angehörigen fällt aus? Damit Sie in einer solchen Situation Zeit dazu haben, die Pflege anders zu organisieren oder sich selbst um die Betreuung zu kümmern, gibt es die Pflegekarenz bzw. Pflegeteilzeit.

Pflegekosten
Häusliche Pflege kostet Geld. Ausgaben für die Betreuung Ihres Angehörigen können Sie unter bestimmten Voraussetzungen als „außergewöhnliche Belastung“ von der Steuer absetzen.

Pflegegeld
Wer pflegebedürftig ist, hat Anspruch auf Pflegegeld. Die Höhe hängt davon ab, wie hoch der Pflegeaufwand für die Person ist und ist in sieben Stufen gestaffelt.

Förderung für 24-Stunden-Betreuung
Wenn Pflegebedürftige zuhause von einer „24-Stunden-Betreuuerin“ bzw. einem „24-Stunden-Betreuuer“ versorgt werden, können Sie für diese Kosten eine staatliche Förderung beantragen. (Voraussetzungen: mind. Pflegegeldstufe 3, 24-Stunden-Betreuung muss notwendig sein, Einkommen der pflegebedürftigen Person darf 2.500 Euro netto/Monat nicht übersteigen – ohne Sonderzahlungen und Pflegegeld)

Quellen: www.arbeiterkammer.at / www.help.gv.at

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