Sucht-Beratungsstelle in Feldkirchen geplant

Sucht-Beratungsstelle in Feldkirchen geplant

Der von Bürgermeister Martin Treffner ins Leben gerufene „Runde Tisch“ kam beim zweiten Treffen zu einem einvernehmlichen Ergebnis: Feldkirchen braucht eine eigene Sucht-Beratungsstelle. Diese soll nun im Frühjahr 2019 umgesetzt und vom Ambulatorium für Drogenkranke „ROOTS“ Villach betrieben werden. Die Entscheidung dafür liegt allerdings beim Land.

Auf Betreiben von Feldkirchens Bürgermeister Martin Treffner wurde der erste „Runde Tisch“ zur grassierenden Drogenproblematik einberufen, um präventive Lösungsstrategien zu erarbeiten. Vor Weihnachten lud man zur zweiten Runde in den Walluschnig Saal Feldkirchen, um zu sehen, was bereits geschehen ist und wo weiterer Handlungsbedarf besteht.

Reges Interesse

Dem Aufruf folgten an die 30 Personen wie u.a. Bezirkshauptmann Dietmar Stückler, Polizei-Bezirkskommandant Arnold Holzmann, Chefinspektor des Landeskriminalamtes und Leiter der Suchtgiftgruppe Karl Schnitzer, Jugendamt-Bereichsleiterin Isabella Ferra, Bezirksschulinspektorin Barbara Bergner, Jugendzentrum „mylife“ Albert Kraschl, „Neustart“ Klagenfurt Christine Lorber sowie Vertreter des Ambulatoriums für Drogenkranke vom „ROOTS“ Villach uvam.

Was ist bis jetzt geschehen?

Schnell war klar, viele Vorschläge von damals sind bereits erfolgreich umgesetzt worden! Wie das Aufzeigen von sinnvollen Möglichkeiten zur aktiven Freizeitgestaltung durch Vorstellung der örtlichen Jugendvereine. Die Einführung von Sporttagen, zum Kennenlernen und Reinschnuppern in die Welt des Sports. Die Durchführung von verschiedensten Drogenpräventionsprojekten, wie beispielsweise der Paletten-Bau des Jugendzentrums „mylife“ oder das „gemeinsame Kochen“ in der PTS Feldkirchen. Schulinspektorin Bergner dazu: „In allen Schulen im Bezirk laufen über 30 Drogenpräventions-Projekte in Zusammenarbeit mit Polizei, FH und Schulpsychologie. Zusätzlich wurden zahlreiche Pädagogen im Bereich der Suchtprävention ausgebildet.“

Rasche Hilfe notwendig

Laut Polizei ist der Suchtmittelkonsum kärntenweit im steigen. Als besonders gefährlich erweisen sich hier Bestellungen via Internet. Dadurch dringt der Drogenmissbrauch bis in die entlegensten Ortswinkel vor. Generell zieht sich der Konsum in den häuslichen Bereich zurück. Mehr Beamteneinsatz und rasche Hilfe sind nun gefragt. Auch ROOTS bestätigt, dass die Errichtung einer Drogenberatungsstelle vor Ort von Nöten wäre. Die Sozialeinrichtung Neustart, die jeden Mittwoch zwischen 14-15 Uhr einen Sprechtag im Jugendzentrum „mylife“ anbietet, kann dies nur bestätigen.

Entscheidung liegt beim Land

Mit Frühjahr 2019 soll daher eine Sucht-Beratungsstelle in Feldkirchen verwirklicht werden, betrieben von ROOTS Villach. Derzeit hängt die Verwirklichung vom Land Kärnten ab. Bis dato ist das seit bereits vier Jahren fertige Konzept stets an den Kosten gescheitert. Diesmal ist man zuversichtlich, zumal die beim „Runden Tisch“ zusammengetragenen Fakten eindeutig dafürsprechen.

Welche Drogen sind derzeit im Umlauf?

Beim Runden Tisch wurden auch die gängigen Drogen besprochen. Von Opiaten bis hin zu Designerdrogen ist alles im Spiel. Besonders besorgniserregend ist die Entwicklung bei Cannabis: Die in Cannabis enthaltene chemischen Substanz THC löst bekanntlich einen Rausch aus. Gefühle, Stimmung und Verhalten verändern sich. Wahrnehmung, Denken und Gedächtnisleistung werden beeinträchtigt. Lag vor 60 Jahren die Konzentration dieser psychoaktiven Substanz bei rund 2 Prozent, liegt sie jetzt bei bis zu 50 (!) Prozent. Bedeutet: Früher wirkte Cannabis entspannend. Heute wird man auf einen Trip mit ungewissem Ausgang geführt – hohe Suchtgefahr inklusive!

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