Gott ist mein Freund

Gott ist mein Freund

Ministrieren verlangt den Kindern und Jugendlichen Pünktlichkeit, Verlässlichkeit, Aufmerksamkeit und Eigenverantwortung ab. Belohnt wird man mit Gemeinschaftssinn und einem gefestigten Glauben.

Durch das Gehen, Stehen, Knien, Sitzen, durch die verschiedenen Handreichungen verdeutlichen Ministranten das symbolhafte Geschehen des Gottesdienstes und machen Bedeutungszusammenhänge sichtbar. Indem sie Licht, Farben, Formen und Bewegung in das Geschehen bringen, tragen Ministranten auch zur emotionalen Bereicherung bei und verstärken das sinnenhafte Erleben im Gottesdienst. Und sie leisten wertvolle Assistenzaufgaben. „Ministranten richten beispielsweise Bücher für die Messen her, bringen Kerzen, Weihrauch oder andere Gaben dar. Sie halten das Weihwasser-Fass, begleiten Pfarrer und Diakon. Holen, herrichten, halten und wegbringen – das sind für uns wichtige Aufgaben“, erklärt Feldkirchens Stadtpfarrer Bruder Wolfgang. Derzeit stehen dem Kirchenmann in Feldkirchen sechs Buben und fünf Mädchen unterstützend zur Seite. „Jede Pfarre hat dabei ihre eigenen Ministrantinnen und Ministranten“, erklärt Bruder Wolfgang.

Ministranten-Stunden

Aufgrund der aktuellen Situation entfallen die Ministranten-Stunden, wo die jungen Burschen und Mädchen alles Wissenswerte übers Ministrieren lernen. Dort wird normalerweise auch gespielt, gelacht, gebastelt und die Gemeinschaft gepflegt. Derzeit sieht und trifft man sich in der Messe – mit Mundschutz und Abstand.

Lebensaufgabe

Fürs Ministrieren bedarf es keiner besonderen Voraussetzungen. „Es reicht aus, wenn man ein Jesus-Freund ist und gerne die Kirche besucht“, erklärt Pfarrer Bruder Wolfgang. Bereits ab der 1. Klasse Volksschule kann man den Kirchenmann unterstützen. Ablaufdatum ist keines vorgesehen, denn Ministrieren kann man ein Leben lang.

Lebenshilfe

Ministrieren ist eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung, bei der man sicherlich Gemeinschaftssinn und -Freude fürs Leben mitnimmt. Und, da ist sich Pfarrer Bruder Wolfgang sicher, noch viel mehr: „Durch das Wort Gottes bekommt man auch Lebenshilfe. Mit Gott hat man einen Ansprechpartner für schöne und schwierige Situationen im Leben. Zudem gibt der Glaube auch Orientierung und Halt im Alltagsleben!“

Auch ich selbst war neun Jahre lang in Glanhofen als Ministrant bei Pfarrer Simon Kadras tätig. Gerne erinnere ich mich an diese schöne Zeit zurück. Vor Schulbeginn bin ich eineinhalb Kilometer zu Fuß in die Kirche gegangen, um zu ministrieren. Damit ich um sieben Uhr in der Kirche sein konnte, bin ich schon um 5.30 Uhr aufgestanden. Das war für uns eine Selbstverständlichkeit, da ich in einer christlichen Familie aufgewachsen bin. Heute wird für die Kinder eine Reihe an Aktivitäten bereitgestellt, die über das Üben des Ministrierens hinausgehen und wesentlich zur Persönlichkeitsbildung und Gemeinschaftsfähigkeit beitragen. Den Kindern und Jugendlichen bietet sich hier die Gelegenheit, ihre Freizeit sinnvoll zu gestalten und Freundschaften aufzubauen. Es wird auch gelernt, Hilfe und Unterstützung bei belastenden Lebenssituationen einzufordern. Wenn Kinder ministrieren wollen, geht das aber nicht ohne die Unterstützung der Eltern. Denn der Einsatz im Gottesdienst findet an Wochenenden statt.

Martin Treffner, Bürgermeister von Feldkirchen
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