Dieser Erfolg hat sich gebacken

Dieser Erfolg hat sich gebacken

50 Jahre Bäckerei Schieder: Enkerl Christian Schieder, Gratulant Bgm. Martin Treffner, Schwiegertochter Sonja mit Juniorchef Robert Schieder, Norbert und Anni Schieder.

Kürzlich feierte die Bäckerei Schieder ihr 50-jähriges Bestandsjubiläum. Bäckermeister und Gründer Norbert Schieder zieht seine Erfolgsbilanz und erklärt, warum damals ein kleines Angebot reichte und Handarbeit immer noch das A und O seines Berufsstandes ist.

Eigentlich ist Norbert Schieder ja ein gebürtiger Oststeirer. „Als ich mich selbständig machen wollte, sah ich mich nach einem geeigneten Standort um. Dabei fiel meine Wahl auf die schöne Stadt Feldkirchen. Der Name war mir gleich auf Anhieb sympathisch, da ich in Feldkirchen bei Graz gelernt und gearbeitet hatte“, erinnert sich der Bäckermeister lächelnd zurück und fügt nachdenklich hinzu: „Damals waren wir noch insgesamt zehn Bäcker in der Tiebelstadt. Heute bin ich der Einzige in Feldkirchen, der noch backt!“

Die allererste Brotparty der Bäckersfamilie Schieder kam bei den Besuchern schon damals gut an. Am Bild auch GF Luise Valentinitsch.

Vom Zwei-Mann-Betrieb zum Unternehmen

Im heutigen China-Restaurant „Morgenröte“ eröffneten Norbert und Anni Schieder am 1. November 1968 ihre erste Bäckerei. „Im Keller hatten wir unsere Backstube. Vorher war hier nämlich die Familie Saliterer ansässig“, verrät Schieder. Nach ein paar Jahren kam dann der erste Mitarbeiter hinzu. Und so ist es weitergegangen. 1981 wurde es schließlich zu eng. Man verließ den Pachtbetrieb und zog gegenüber in die neu gebaute Backstube mit Cafehaus um. „Mit diesem Neubau haben wir sicherlich den Grundstein für das heutige Unternehmen gelegt“, ist sich Norbert Schieder sicher. Bereits zehn Jahre später musste man zubauen. Die Fläche wurde dadurch um das Dreifache vergrößert. Am 1. Juli 1992 erhält die Bäckerei Schieder das Recht zur Führung des Gemeindewappens. „Das haben wir in Anerkennung der Verdienste um den guten Ruf der Stadtgemeinde Feldkirchen erhalten“, erklärt Schieder stolz. Sechs Jahre später begann man mit der Erzeugung von Tiefkühlteiglingen unter dem Namen „Tiebelfrost“. Im selben Jahr eröffnete man noch die Filiale in der 10. Oktoberstraße (Thunpassage). Und 2008 wurde das Erfolgskonzept „Schieder Drive-In“ aus der Taufe gehoben. Heute zählt die Bäckerei Schieder über 55 MitarbeiterInnen und darf fünf Filialen mit Standorten in Feldkirchen, Bodensdorf und Turrach ihr Eigen nennen. Zudem wird auch die Gastronomie mit frischem Gebäck und süßen Mehlspeisen regelmäßig beliefert.

Besuch von Politik & Wirtschaft: Georg Wurmitzer, Norbert und Anni Schieder, Gunter Duschlbaur, Karl Ogertschnig.

Damals reichte „a bissl was“

„Semmeln, Salzstangerln, Bosnjaken und zwei bis vier Brotsorten – so sah damals unser Angebot aus. Und die Kunden waren damit zufrieden“, erinnert sich der erfahrene Bäckermeister zurück. Heute werden weit über 100 verschiedene Gebäcksorten gefertigt. Davon allein über 30 unterschiedliche Brotsorten. Zusätzlich verfügt man über eine eigene Konditorei. „Im Laufe der Zeit wünschten sich die Kunden ein immer breiteres Angebot. Ein kleines Sortiment reichte da nicht mehr aus. Zusätzlich kommt heute noch die gestiegene Anzahl an Allergikern hinzu. Somit mussten wir auch um sortenreines Gebäck, wie z. B. reines Dinkel- oder auch Roggengebäck sowie glutenfreie Produkte erweitern. Weiters sind wir auch Bio-Bäcker. Das bedeutet, dass wir neben konventionellen Produkten auch reine Bioerzeugnisse führen“, erklärt Luise Valentinitsch, Marketing-Chefin der Bäckerei Schieder. „Damit steigt auch unser Aufwand. Weil jeder Backvorgang für sich eigenständig abgeschlossen werden muss“, erklärt der Chef.

1981 zog man in die neu gebaute Backstube um. Bäckermeister Norbert Schieder war beim Erklären ganz in seinem Element. Neben ihm Bgm. Werner Lechner.

Handwerk mit Tradition

Was den Herstellungsprozess betrifft, so setzt man damals wie heute auf Handarbeit. Schieder informiert: „Bis auf eine Teigknetmaschine wurde damals einfach alles mit der Hand gefertigt. Das ist heute auch nicht viel anders. Bei den Semmeln gibt es zwar die so genannte Semmelstraße, da geht viel automatisch – das ginge sonst bei der Menge nicht anders. Aber Weckerln, Kipferln, Reindling wie auch noch verschiedenste Spezial-Semmeln, wie z. B. unsere Steinofensemmeln, werden nach wie vor mit der Hand gefertigt. Auch das Brot. Das Teigkneten übernimmt die Maschine, aber der Rest wird mit der Hand erledigt!“ Ein Bäcker, der Tradition lebt und sein Handwerk liebt. Begonnen wird der „Tag“ übrigens um Mitternacht und dauert – je nach Saison – bis 7 oder 8 Uhr in der Früh. „Das ist meistens Mitte Dezember, zu Ostern und im Sommer der Fall – da haben wir einfach am meisten zu tun“, schmunzelt Schieder.

Bereits in den 80er Jahren setzte Bäckermeister Norbert Schieder auf Bio-Qualität.

Bäuerliche und regionale Lieferanten

„Unser Motto lautet „täglich frisch um Sie bemüht!“ Das drückt nicht nur aus, dass wir ein bodenständiger Betrieb sind, sondern auch, dass wir täglich alles frisch produzieren. Dabei arbeiten wir Hand in Hand mit unseren regionalen Lieferanten“, betont Schieder. So bezieht man beispielsweise Eier von Marktl und Gollmann, Hadnmehl von Raunig und Mehlsorten von der Kärntner Mühle. „Wir hoffen und glauben, dass unsere Kundinnen und Kunden unseren Einsatz, unsere Liebe zum Produkt, unser traditionelles Handwerk und unsere Frische-Philosophie auch wertschätzen“, resümieren Norbert Schieder und Luise Valentinisch.

Bürgermeister Martin Treffner: „Als Bürgermeister der Stadtgemeinde Feldkirchen, möchte ich der Familie Schieder herzlich gratulieren und meinen persönlichen Dank dafür aussprechen, dass sich die Firma Schieder vor 50 Jahren bei uns angesiedelt hat. Und zu einem großen Unternehmen gewachsen ist, das 55 Personen einen Arbeitsplatz bietet. Dazu wird in der Bäckerei Schieder sämtliche Ware selber produziert. Und wer die Qualität der Firma Schieder kennt, weiß, dass wir hier nur von bester Ware reden. Ein Dankeschön gilt der Familie Schieder auch noch, dass sie immer wieder für karitative Zwecke ein offenes Herz hat. Und zum Beispiel auch das große Frühlingsfest in Glanhofen kostenlos mit Gebäck versorgt. Hier liefert Seniorchef Norbert oder Juniorchef Robert die Ware persönlich an. Auch andere Veranstaltungen und Festivitäten, die dem guten Zweck dienen, bekommen von der Familie Schieder immer großartige Unterstützung. Bei sämtlichen Aktivitäten, die die Einkaufsstadt Feldkirchen veranstaltet, ist die Bäckerei Schieder ebenfalls immer mit großer Unterstützung und Ideen mit dabei! Eine Unternehmerfamilie mit Vorzeigecharakter! Dafür möchte ich mich im Namen der Stadtgemeinde Feldkirchen nochmals recht herzlich für dieses große Engagement bedanken.“

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