Die Kraft des Glaubens

Die Kraft des Glaubens

- in Kultur, Youngsters
159
0
Feldkirchens Stadtpfarrer Bruder Wolfgang und Ossiachs Stiftspfarrer Dechant Mag. Erich Aichholzer über die Kraft des Glaubens.

Der Religionsunterricht ist kaum mehr mit jenem vor 30 Jahren zu vergleichen. Brennende Fragen werden beantwortet, Lebenshilfe geboten. Unser Glaube gibt Kindern und Jugendlichen Halt und Lebenssinn. Auch in schwierigen Zeiten.

Rund 8.000 Kärntner Schüler sind derzeit ohne Bekenntnis bzw. gehören einer anderen Glaubensrichtung an. Hat der Glaube in der heutigen Zeit an Attraktivität verloren? Nein, meint Ossiachs Stiftspfarrer Dechant Mag. Erich Aichholzer und erklärt: „Nicht der Glaube hat heute an Attraktivität verloren, sondern das Bedürfnis, einer Glaubensgemeinschaft anzugehören. Und doch kann der Glaube und die Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft als etwas erfahren werden, das dem Leben Sinn und Halt geben kann.“ Auch Feldkirchens Stadtpfarrer Bruder Wolfgang betont: „Wenn jemand einen aktiven Glauben hat, ist er auch Teil einer Gemeinschaft. Und das ist das Wesentliche: Sinn, Freude, Zufriedenheit werden erlebt – im Gebet, im aktiven Miteinander und als Zeichen der Nächstenliebe.“

Warum leben wir?

Wer Kinder im Volksschulalter hat, weiß, wie interessiert und aufgeschlossen sie sich gegenüber der Religion und dem Glauben verhalten. „Kinder und Jugendliche suchen nach brauchbaren Antworten auf Fragen, die religiöse Themen betreffen, beispielsweise: Entstehung der Welt, Gottes Gerechtigkeit angesichts von Leid, Leben nach dem Tod. Der Glaube gibt Antworten auf die Sinnfragen des Lebens“, erklärt Aichholzer und fügt kritisch hinzu: „Nur müssen die Fragen junger Menschen auch gehört und ernst genommen werden!“

Macht Glaube stark?

„Zu Rauschmitteln wird meist gegriffen, wenn man in Lebenskrisen gerät oder das Leben als sinnlos erachtet“, gibt Bruder Wolfgang zu bedenken und fügt erklärend hinzu: „Gerade der Glaube kann in schwierigen Situationen aber Halt und Hoffnung geben. Er ist sinnstiftend. Man hat Jesus Christus und die Gemeinschaft als Ansprechpartner!“ Auch Aichholzer betont: „Wissenschaftliche Studien belegen, dass religiöse Menschen ein geringeres Risiko für manche Krankheiten wie Depressionen haben und auch weniger suchtgefährdet sein sollen. Religiöse Menschen gehören oft einer Gemeinschaft an, in der die gegenseitige Hilfe eine große Rolle spielt. Das schützt vor Einsamkeit und nimmt den sozialen Druck.“

Glaube vermittelt Werte

Unsere Moralvorstellungen stammen zum Teil vom christlichen Glauben ab: Du sollst nicht töten, nicht stehlen… Aichholzer: „Um ein gut funktionierendes soziales Miteinander zu gewährleisten, braucht es klare Orientierung und Regeln. Ein Wertegerüst, das auf dem christlichen Glauben basiert, ist dabei sicher hilfreich. Die 10 Gebote können eine Richtschnur für ein geglücktes Leben sein.“

Lebenshilfe Religion

„Früher war Religionsunterricht reiner Katechismus. Heute wird versucht, etwas zu vermitteln und dabei Lebenshilfe zu bieten. Im Religionsunterricht wird das konkrete Leben ins Auge gefasst. Mit Herz und Ohr“, weiß Bruder Wolfgang aus Erfahrung. Auch Aichholzer erklärt: „Wir leben heute in einer multireligiösen Gesellschaft. Das bringt mit sich, dass religiöse Bildung für junge Menschen geradezu unerlässlich ist. Denn der Religionsunterricht ermöglicht es, sich kritisch mit dem Glauben auseinanderzusetzen und mit Andersgläubigen auf Augenhöhe in einen Dialog zu treten.“

Veranstlatung_pw